Berechnung

Forschungszulage berechnen: Rechenweg mit fünf Beispielen

FG
FörderGuide-Redaktion
Stand der Quellen: 21. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 6 Min.
Die Forschungszulage lässt sich in drei Schritten berechnen: Aufwendungen ermitteln, Pauschale hinzurechnen, Satz anwenden. Fünf Beispiele zeigen, wie das bei Teilzeit, Auftragsforschung, Einzelunternehmern und dem Höchstbetrag aussieht.
Effektiver Satz
42 %
KMU auf Personalkosten, Vorhaben ab 2026
Großunternehmen
30 %
effektiv mit Pauschale
Pauschale
20 %
nur Vorhaben nach 31.12.2025
Deckel
12 Mio. €
Bemessungsgrundlage je Wirtschaftsjahr

Das Rechenmodell in drei Schritten

  1. Förderfähige Aufwendungen bestimmen: Personalkosten der Mitarbeiter im Vorhaben, anteilig nach Arbeitszeit, dazu Auftragsforschung, Abschreibungen und bei Einzelunternehmern die Eigenleistung. Welche Kosten zählen, steht in Forschungszulage 2026: Anspruch, Höhe, Antrag.
  2. Pauschale hinzurechnen: Bei Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden, kommen pauschal 20 % hinzu (§ 3 Abs. 3b FZulG). Bei älteren Vorhaben entfällt sie.
  3. Satz anwenden: 25 % für alle, 35 % für KMU auf Antrag, jeweils auf die Bemessungsgrundlage, die höchstens 12 Mio. € je Wirtschaftsjahr betragen darf.

Grundbeispiel: drei Entwickler

SchrittRechnungErgebnis
Personalkosten3 Entwickler × 70.000 € Arbeitgeberbrutto210.000 €
Gemeinkostenpauschale20 % von 210.000 €42.000 €
Bemessungsgrundlage210.000 € + 42.000 €252.000 €
Zulage KMU252.000 € × 35 %88.200 €
Zulage Großunternehmen252.000 € × 25 %63.000 €

Vorhaben nach dem 31.12.2025 begonnen, Tätigkeiten nach dem 27.03.2024. Illustrative Rechnung.

Der KMU-Satz bringt hier 25.200 € mehr als der Grundsatz. Auf die Personalkosten bezogen ergibt sich mit der Pauschale ein effektiver Satz von 42 % (KMU) bzw. 30 % (Großunternehmen).

Vier weitere Fälle

FallAnnahmenBemessungsgrundlageZulage (KMU, 35 %)
Teilzeit im Vorhaben1 Mitarbeiter, 90.000 € Arbeitgeberbrutto, 60 % F&E, Vorhaben vor 202654.000 €18.900 €
Eigen- und Auftragsforschung300.000 € Personal plus Auftrag über 100.000 € (70 % förderfähig), Vorhaben vor 2026370.000 €129.500 €
Einzelunternehmer25 Stunden je Woche, 46 Wochen, 100 € je Stunde, Vorhaben vor 2026115.000 €40.250 €
Höchstbetrag15 Mio. € Aufwand in einem Wirtschaftsjahr ab 202612.000.000 € (gekappt)4.200.000 €

Illustrative Rechnungen auf Basis des FZulG. Nachweise, Zuordnung und Einzelfragen prüft das Finanzamt.

Zwei Hinweise zu den Fällen: Beim Einzelunternehmer gilt der Stundensatz von derzeit 100 € bei höchstens 40 Stunden je Woche und nur für nachgewiesene Stunden. Beim Auftrag zählt das Entgelt zu 70 %, wenn der Auftrag nach dem 27.03.2024 erteilt wurde, sonst zu 60 %. Die Pauschale bezieht sich laut § 3 Abs. 3b FZulG auf die förderfähigen Aufwendungen insgesamt, die Einzelheiten der Auslegung regelt das BMF-Schreiben. Im Beispiel ist sie bewusst weggelassen, weil das Vorhaben vor 2026 begann.

Worauf es beim Rechnen ankommt

Eine schnelle Schätzung mit Ihren eigenen Zahlen liefert der Forschungszulage-Rechner. Die Einordnung als Förderquote im Vergleich mit anderen Programmen steht in Förderquote erklärt.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Forschungszulage?

Förderfähige Aufwendungen ermitteln, bei Vorhaben nach dem 31.12.2025 die 20-%-Pauschale hinzurechnen und dann 25 % (KMU auf Antrag 35 %) anwenden. Die Bemessungsgrundlage ist auf 12 Mio. € je Wirtschaftsjahr begrenzt.

Welche Kosten gehören zur Bemessungsgrundlage?

Arbeitslöhne mit Arbeitgeberanteil, die Eigenleistung von Einzelunternehmern und Mitunternehmern, 70 % des Entgelts bei Auftragsforschung (Aufträge nach dem 27.03.2024), Abschreibungen auf neue bewegliche Wirtschaftsgüter und die Gemeinkostenpauschale.

Zählt der gesamte Lohn eines Entwicklers?

Nur der Anteil, den der Mitarbeiter im begünstigten Vorhaben arbeitet. Wer 60 % seiner Zeit im Vorhaben verbringt, geht mit 60 % seiner Lohnkosten in die Bemessungsgrundlage ein.

Gilt die Gemeinkostenpauschale für alle Projekte?

Nein, nur für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden. Für ältere Vorhaben bleibt die Bemessungsgrundlage ohne Pauschale.

Kann ich 35 % auch für Jahre vor 2024 ansetzen?

Nein. Der erhöhte KMU-Satz gilt nur für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024. Für frühere Zeiträume gelten 25 %.

Was ergibt die Rechnung für Ihr Unternehmen?

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Fördervoraussetzungen ändern sich, maßgeblich sind die Programmunterlagen der Förderinstitute und die Entscheidung Ihrer Hausbank. Stand: 21. Oktober 2026.