Bei Handels- und Dienstleistungsunternehmen steht selten klassische Forschung im Zentrum. Wichtiger sind digitale Transformation, Beratungsbedarf und Nachfolgefragen. Die passenden Instrumente unterscheiden sich daher von denen für Maschinenbau oder Industrie. Achten Sie auf Branchenausschlüsse: In Regionalförderprogrammen wie der GRW ist die Branche oft auf eine Positivliste beschränkt, in NRW ist der Handel ausgeschlossen, siehe Fördermittel NRW.
| Programm | Art | Konditionen | Hinweis |
|---|---|---|---|
| BAFA Beratungsförderung | Zuschuss | Bis zu 80 % der förderfähigen Beratungskosten je nach Region, förderfähig laut IHK bis 3.500 € | Bis 31.12.2026, siehe BAFA-Förderung |
| ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW) | Darlehen mit ERP-Zuschuss | Stufe 1 bis 7,5 Mio. €, Stufen 2 und 3 bis 25 Mio. €, ERP-Zuschuss 3 % bzw. 5 % | Warenwirtschaft, Cloud, Online-Vertrieb, siehe ERP-Förderkredit Digitalisierung |
| ERP-Förderkredit KMU (KfW) | Darlehen | Für Investitionen und Betriebsmittel, siehe Artikel | ERP-Förderkredit KMU |
| Digitalbonus Bayern | Zuschuss | Bis 50 % ab 4.000 € Ausgaben, Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 € | Nur kleine Unternehmen unter 50 Vollzeitäquivalenten, siehe Digital Jetzt: Alternativen |
| Forschungszulage | Steuerliche Zulage | 25 %, KMU auf Antrag bis 35 % | Nur bei eigener Entwicklung, siehe Forschungszulage 2026 |
Stand Oktober 2026. Quellen: Förderdatenbank des Bundes, KfW, Bayerische Staatskanzlei. Verbindlich sind die aktuellen Richtlinien der Förderstellen.
Das Bundesprogramm Digital Jetzt ist am 31.12.2023 ausgelaufen. Das Programm go-digital nahm nach Angaben eines Branchenverbands Anträge noch bis 31.12.2024 an. Wer online noch auf diese Programme stößt, sollte das kritisch prüfen, bevor Zeit in die Antragsvorbereitung fließt. Die Alternativen stehen in Digital Jetzt: Alternativen 2026.
Der Zuschuss zur Unternehmensberatung eignet sich für Strategie, Digitalisierung und Nachfolge. Er ist an eine Frist Ende 2026 gebunden, planen Sie die Beratung also rechtzeitig. Für Investitionen in Warenwirtschaft, Cloud-Lösungen oder Online-Vertrieb kommt der ERP-Förderkredit Digitalisierung in Frage, der KMU in der Basisstufe bis 7,5 Mio. € finanziert. Landeszuschüsse gibt es nur noch vereinzelt, etwa den Digitalbonus Bayern für kleine Unternehmen.
Die Forschungszulage ist für Handel und Dienstleistung relevant, wenn eigene Software, digitale Produkte oder neue digitale Geschäftsmodelle mit technischer Unsicherheit entwickelt werden. Die bloße Anschaffung und Einführung von Standardsoftware zählt nicht als Forschung und Entwicklung. Ein Händler, der eine eigene E-Commerce-Plattform mit neuartiger Logik entwickeln lässt, kann unter Umständen Entwicklungskosten geltend machen.
Investitionen lassen sich über die degressive Abschreibung und den Investitionsabzugsbetrag steuerlich entlasten, siehe Steuerliche Investitionsförderung 2026. Bei Übernahmen und Nachfolgen helfen die Bausteine aus Unternehmensnachfolge finanzieren.
Ja, vor allem für Beratung, Digitalisierung und Nachfolge: Beratungsförderung des BAFA, ERP-Förderkredite der KfW, einzelne Landeszuschüsse und steuerliche Hebel. Klassische F&E-Programme passen nur bei eigener Entwicklung.
Nein. Digital Jetzt ist am 31.12.2023 ausgelaufen, go-digital nahm nach Angaben eines Branchenverbands Anträge bis 31.12.2024 an.
Nur, wenn Sie eigene Software oder digitale Produkte mit technischer Unsicherheit entwickeln. Die Einführung von Standardsoftware gilt nicht als Forschung und Entwicklung.
In einigen Ländern ja. In NRW sind Handel, Finanzdienstleistungen und Verwaltung ausgeschlossen, die Branche muss auf der Positivliste stehen. Prüfen Sie die Regeln Ihres Landes.
Pro Unternehmen sind bis 31.12.2026 höchstens fünf Anträge möglich, davon höchstens zwei pro Jahr.
Der Fördermittelcheck berücksichtigt Ihren Standort und zeigt in wenigen Fragen, welche Programme in Frage kommen.
Jetzt Förderpotenzial prüfen →Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Fördervoraussetzungen ändern sich, maßgeblich sind die Programmunterlagen der Förderinstitute und die Entscheidung Ihrer Hausbank. Stand: 21. Oktober 2026.