Handel und Dienstleistung

Fördermittel für Handel und Dienstleistung 2026: Beratung, Digitalisierung und Nachfolge

FG
FörderGuide-Redaktion
Stand der Quellen: 21. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 6 Min.
Handel und Dienstleistung gelten oft als förderfern. Tatsächlich gibt es passende Programme bei Beratung, Digitalisierung und Nachfolge, aber auch Ausschlüsse und Fristen.
Digital Jetzt
ausgelaufen
31.12.2023
Beratung
bis 80 %
je Region, bis 31.12.2026
ERP Digitalisierung
bis 25 Mio. €
Stufen 2 und 3
Forschungszulage
nur bei F&E
keine Standardsoftware

Warum Handel und Dienstleistung anders fördern

Bei Handels- und Dienstleistungsunternehmen steht selten klassische Forschung im Zentrum. Wichtiger sind digitale Transformation, Beratungsbedarf und Nachfolgefragen. Die passenden Instrumente unterscheiden sich daher von denen für Maschinenbau oder Industrie. Achten Sie auf Branchenausschlüsse: In Regionalförderprogrammen wie der GRW ist die Branche oft auf eine Positivliste beschränkt, in NRW ist der Handel ausgeschlossen, siehe Fördermittel NRW.

Die wichtigsten Programme im Überblick

ProgrammArtKonditionenHinweis
BAFA BeratungsförderungZuschussBis zu 80 % der förderfähigen Beratungskosten je nach Region, förderfähig laut IHK bis 3.500 €Bis 31.12.2026, siehe BAFA-Förderung
ERP-Förderkredit Digitalisierung (KfW)Darlehen mit ERP-ZuschussStufe 1 bis 7,5 Mio. €, Stufen 2 und 3 bis 25 Mio. €, ERP-Zuschuss 3 % bzw. 5 %Warenwirtschaft, Cloud, Online-Vertrieb, siehe ERP-Förderkredit Digitalisierung
ERP-Förderkredit KMU (KfW)DarlehenFür Investitionen und Betriebsmittel, siehe ArtikelERP-Förderkredit KMU
Digitalbonus BayernZuschussBis 50 % ab 4.000 € Ausgaben, Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 €Nur kleine Unternehmen unter 50 Vollzeitäquivalenten, siehe Digital Jetzt: Alternativen
ForschungszulageSteuerliche Zulage25 %, KMU auf Antrag bis 35 %Nur bei eigener Entwicklung, siehe Forschungszulage 2026

Stand Oktober 2026. Quellen: Förderdatenbank des Bundes, KfW, Bayerische Staatskanzlei. Verbindlich sind die aktuellen Richtlinien der Förderstellen.

Digital Jetzt und go-digital: nicht mehr verfügbar

Das Bundesprogramm Digital Jetzt ist am 31.12.2023 ausgelaufen. Das Programm go-digital nahm nach Angaben eines Branchenverbands Anträge noch bis 31.12.2024 an. Wer online noch auf diese Programme stößt, sollte das kritisch prüfen, bevor Zeit in die Antragsvorbereitung fließt. Die Alternativen stehen in Digital Jetzt: Alternativen 2026.

Beratung und Digitalisierung

Der Zuschuss zur Unternehmensberatung eignet sich für Strategie, Digitalisierung und Nachfolge. Er ist an eine Frist Ende 2026 gebunden, planen Sie die Beratung also rechtzeitig. Für Investitionen in Warenwirtschaft, Cloud-Lösungen oder Online-Vertrieb kommt der ERP-Förderkredit Digitalisierung in Frage, der KMU in der Basisstufe bis 7,5 Mio. € finanziert. Landeszuschüsse gibt es nur noch vereinzelt, etwa den Digitalbonus Bayern für kleine Unternehmen.

Beispiel: Ein Einzelhändler investiert 60.000 € in ein neues Warenwirtschaftssystem mit Online-Shop-Anbindung. Eine Finanzierung über den ERP-Förderkredit Digitalisierung ist möglich, in Bayern kommt je nach Unternehmensgröße der Digitalbonus Standard mit bis zu 7.500 € in Frage. Ob beides kombinierbar ist, hängt von den Kosten und den Beihilfegrenzen ab.

Forschungszulage: nur bei echter Entwicklung

Die Forschungszulage ist für Handel und Dienstleistung relevant, wenn eigene Software, digitale Produkte oder neue digitale Geschäftsmodelle mit technischer Unsicherheit entwickelt werden. Die bloße Anschaffung und Einführung von Standardsoftware zählt nicht als Forschung und Entwicklung. Ein Händler, der eine eigene E-Commerce-Plattform mit neuartiger Logik entwickeln lässt, kann unter Umständen Entwicklungskosten geltend machen.

Steuerliche Hebel und Nachfolge

Investitionen lassen sich über die degressive Abschreibung und den Investitionsabzugsbetrag steuerlich entlasten, siehe Steuerliche Investitionsförderung 2026. Bei Übernahmen und Nachfolgen helfen die Bausteine aus Unternehmensnachfolge finanzieren.

So gehen Sie vor

  1. Vorhaben einordnen: Beratung, Digitalisierung, Investition oder eigene Entwicklung führen zu unterschiedlichen Programmen.
  2. Vor Auftrag und Bestellung beantragen: Beratung, Systeme und Hardware erst nach dem Antrag beauftragen.
  3. Standort und Größe prüfen: Landesprogramme unterscheiden sich stark, siehe die Länderseiten.
  4. Bundesprogramme einbeziehen: Forschungszulage und ERP-Förderkredite stehen unabhängig vom Land offen. Das ZIM nimmt seit dem 07.07.2026 keine neuen Anträge an.

Häufige Fragen

Gibt es Fördermittel für Handel und Dienstleistung?

Ja, vor allem für Beratung, Digitalisierung und Nachfolge: Beratungsförderung des BAFA, ERP-Förderkredite der KfW, einzelne Landeszuschüsse und steuerliche Hebel. Klassische F&E-Programme passen nur bei eigener Entwicklung.

Gibt es Digital Jetzt oder go-digital noch?

Nein. Digital Jetzt ist am 31.12.2023 ausgelaufen, go-digital nahm nach Angaben eines Branchenverbands Anträge bis 31.12.2024 an.

Kann ich die Forschungszulage als Händler nutzen?

Nur, wenn Sie eigene Software oder digitale Produkte mit technischer Unsicherheit entwickeln. Die Einführung von Standardsoftware gilt nicht als Forschung und Entwicklung.

Ist der Handel von der GRW ausgeschlossen?

In einigen Ländern ja. In NRW sind Handel, Finanzdienstleistungen und Verwaltung ausgeschlossen, die Branche muss auf der Positivliste stehen. Prüfen Sie die Regeln Ihres Landes.

Bis wann gilt die BAFA-Beratungsförderung?

Pro Unternehmen sind bis 31.12.2026 höchstens fünf Anträge möglich, davon höchstens zwei pro Jahr.

Welche Förderung passt zu Ihrem Unternehmen?

Der Fördermittelcheck berücksichtigt Ihren Standort und zeigt in wenigen Fragen, welche Programme in Frage kommen.

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Fördervoraussetzungen ändern sich, maßgeblich sind die Programmunterlagen der Förderinstitute und die Entscheidung Ihrer Hausbank. Stand: 21. Oktober 2026.