Forschungszulage

Forschungszulage 2026: Wer hat Anspruch, wie hoch ist sie und wie beantragen Sie sie?

FG
FörderGuide-Redaktion
Stand der Quellen: 21. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Min.
Die Forschungszulage ist ein Rechtsanspruch, kein Fördertopf: Wer ein begünstigtes F&E-Vorhaben durchführt, erhält 25 % der förderfähigen Aufwendungen vom Finanzamt, als KMU auf Antrag 35 %. Hier steht, wer Anspruch hat, welche Kosten zählen und wie der Antrag abläuft.
Grundsatz
25 %
der Bemessungsgrundlage
KMU auf Antrag
35 %
für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024
Höchstbetrag
12 Mio. €
Bemessungsgrundlage je Wirtschaftsjahr
Pauschale
20 %
Gemeinkosten, Vorhaben ab 2026

Was die Forschungszulage ist

Die Forschungszulage ist eine steuerliche Förderung nach dem Forschungszulagengesetz (FZulG). Unternehmen erhalten einen Prozentsatz ihrer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung vom Finanzamt zurück. Die Zulage wird auf die Ertragsteuer angerechnet, ein Überschuss wird ausgezahlt, auch bei Verlusten. Es gibt keinen Wettbewerb und keinen Fördertopf: Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat einen Rechtsanspruch.

Wer Anspruch hat

Anspruchsberechtigt sind Unternehmen, die in Deutschland ertragsteuerpflichtig sind, unabhängig von Größe und Branche. Eine eigene F&E-Abteilung ist nicht nötig, förderfähig ist auch die anteilige Arbeitszeit einzelner Mitarbeiter. Zwei Ausschlüsse sollten Sie kennen: Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der AGVO und Antragsteller, die eine frühere unzulässige Beihilfe noch zurückzahlen müssen, erhalten keine Zulage (§ 9 FZulG).

Welche Vorhaben begünstigt sind

Begünstigt sind Vorhaben der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung oder der experimentellen Entwicklung (§ 2 FZulG). Für die Praxis helfen vier Kriterien aus dem Gesetz:

Ob ein Vorhaben diese Kriterien erfüllt, prüft nicht das Finanzamt, sondern die Bescheinigungsstelle, siehe BSFZ-Antrag und Finanzamt.

Welche Kosten zählen

KostenartWie sie angesetzt wirdHinweis
ArbeitslöhneLohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn plus Arbeitgeberanteil zur Zukunftssicherung, anteilig für die Zeit im VorhabenZeiterfassung dokumentiert den F&E-Anteil (§ 3 Abs. 1)
Eigenleistung EinzelunternehmerDerzeit 100 € je nachgewiesener Stunde, höchstens 40 Stunden je WocheGilt auch für Tätigkeitsvergütungen von Gesellschaftern einer Mitunternehmerschaft (§ 3 Abs. 3)
Auftragsforschung70 % des Entgelts bei Aufträgen nach dem 27.03.2024, 60 % bei früheren AufträgenAuftragnehmer mit Sitz in der EU oder im EWR, Unteraufträge zählen nicht (§ 3 Abs. 4, § 2 Abs. 5)
AbschreibungenAnteilig für bewegliche Wirtschaftsgüter, angeschafft nach dem 27.03.2024Nur bei ausschließlich eigenbetrieblicher Nutzung und Bedarf für das Vorhaben (§ 3 Abs. 3a)
Gemein- und BetriebskostenPauschal 20 % der förderfähigen Aufwendungen, ohne EinzelnachweisNur für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden (§ 3 Abs. 3b)

Stand Oktober 2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext, Einzelfragen regelt das BMF-Schreiben zum FZulG.

Wie hoch die Zulage ist

MerkmalWertRechtsgrundlage
Grundsatz25 % der Bemessungsgrundlage§ 4 Abs. 1
KMUZusätzlich 10 Prozentpunkte auf Antrag, also 35 %, für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024§ 4 Abs. 1, BSFZ
Höchstbetrag der Bemessungsgrundlage12 Mio. € je Wirtschaftsjahr für Aufwendungen nach dem 31.12.2025, zuvor 10 Mio. €§ 3 Abs. 5
Maximale Zulage3 Mio. € (25 %) bzw. 4,2 Mio. € (KMU, 35 %) je WirtschaftsjahrRechnerisch aus § 3 Abs. 5, § 4 Abs. 1
Beihilfegrenze je VorhabenSumme aller staatlichen Beihilfen höchstens 15 Mio. €§ 4 Abs. 3

Verbundene Unternehmen teilen sich den Höchstbetrag (§ 3 Abs. 6).

Beispiel (Vorhaben ab 2026, KMU): 400.000 € F&E-Personalkosten plus 20 % Pauschale ergeben 480.000 € Bemessungsgrundlage. Bei 35 % sind das 168.000 € Forschungszulage. Auf die Personalkosten bezogen entspricht das 42 %. Eine ausführliche Rechnung mit weiteren Beispielen steht in Forschungszulage berechnen, eine schnelle Schätzung liefert der Forschungszulage-Rechner. Ob Sie als KMU gelten, klärt KMU oder Großunternehmen.

So läuft der Antrag ab

  1. Bescheinigung beantragen: Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) prüft je Vorhaben, ob es begünstigt ist. Die erste Bescheinigung je Wirtschaftsjahr ist kostenfrei (§ 6 Abs. 5).
  2. Antrag beim Finanzamt: Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres stellen Sie den Antrag elektronisch über ELSTER, je Wirtschaftsjahr (§ 5 Abs. 1).
  3. Festsetzung und Auszahlung: Das Finanzamt prüft die Aufwendungen, setzt die Zulage fest und verrechnet sie mit der Steuer oder zahlt sie aus.

Die Zulage lässt sich für zurückliegende Jahre beantragen, solange die vierjährige Frist läuft. Für Tätigkeiten vor dem 28.03.2024 gilt dabei noch der Grundsatz von 25 %, siehe Forschungszulage rückwirkend.

Kombination mit anderen Förderungen

Die Forschungszulage lässt sich mit anderen Programmen verbinden, aber nicht für dieselben Kosten doppelt. Zudem darf die Summe aller staatlichen Beihilfen für ein Vorhaben 15 Mio. € nicht übersteigen (§ 4 Abs. 3). Die Regeln im Überblick stehen in Fördermittel kombinieren.

Drei häufige Missverständnisse: Der Satz von 35 % gilt nicht automatisch, der KMU-Aufschlag muss beantragt werden. Er gilt nicht für Tätigkeiten vor dem 28.03.2024. Und die Bescheinigung der BSFZ sagt nichts über die Höhe, die das Finanzamt selbst prüft.

Häufige Fragen

Wer hat Anspruch auf die Forschungszulage?

Unternehmen jeder Größe und Branche, die in Deutschland ertragsteuerpflichtig sind und ein begünstigtes F&E-Vorhaben durchführen. Ausgeschlossen sind unter anderem Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der AGVO.

Brauche ich eine eigene F&E-Abteilung?

Nein. Förderfähig sind auch einzelne Mitarbeiter, die anteilig an einem begünstigten Vorhaben arbeiten. Der F&E-Anteil muss nachvollziehbar dokumentiert sein.

Wie hoch ist die Forschungszulage?

25 % der Bemessungsgrundlage. KMU können auf Antrag 10 Prozentpunkte mehr erhalten, also 35 %, für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024. Die Bemessungsgrundlage ist auf 12 Mio. € je Wirtschaftsjahr begrenzt.

Was gilt bei der Gemeinkostenpauschale?

Für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden, werden pauschal 20 % der förderfähigen Aufwendungen als Gemein- und Betriebskosten angesetzt. Für ältere Vorhaben gilt die Pauschale nicht.

Wird die Zulage auch bei Verlusten ausgezahlt?

Ja. Die Zulage wird auf die Ertragsteuer angerechnet. Übersteigt sie die Steuerschuld oder fällt keine Steuer an, wird der Betrag ausgezahlt.

Wer prüft, ob mein Vorhaben begünstigt ist?

Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ). Das Finanzamt prüft anschließend die Höhe der Aufwendungen und setzt die Zulage fest.

Wie hoch könnte Ihre Forschungszulage sein?

Der Fördermittelcheck schätzt in wenigen Fragen, welche Programme zu Ihrem Vorhaben passen, darunter die Forschungszulage.

Jetzt Förderpotenzial prüfen →

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Fördervoraussetzungen ändern sich, maßgeblich sind die Programmunterlagen der Förderinstitute und die Entscheidung Ihrer Hausbank. Stand: 21. Oktober 2026.