Die Forschungszulage ist eine steuerliche Förderung nach dem Forschungszulagengesetz (FZulG). Unternehmen erhalten einen Prozentsatz ihrer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung vom Finanzamt zurück. Die Zulage wird auf die Ertragsteuer angerechnet, ein Überschuss wird ausgezahlt, auch bei Verlusten. Es gibt keinen Wettbewerb und keinen Fördertopf: Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat einen Rechtsanspruch.
Anspruchsberechtigt sind Unternehmen, die in Deutschland ertragsteuerpflichtig sind, unabhängig von Größe und Branche. Eine eigene F&E-Abteilung ist nicht nötig, förderfähig ist auch die anteilige Arbeitszeit einzelner Mitarbeiter. Zwei Ausschlüsse sollten Sie kennen: Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der AGVO und Antragsteller, die eine frühere unzulässige Beihilfe noch zurückzahlen müssen, erhalten keine Zulage (§ 9 FZulG).
Begünstigt sind Vorhaben der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung oder der experimentellen Entwicklung (§ 2 FZulG). Für die Praxis helfen vier Kriterien aus dem Gesetz:
Ob ein Vorhaben diese Kriterien erfüllt, prüft nicht das Finanzamt, sondern die Bescheinigungsstelle, siehe BSFZ-Antrag und Finanzamt.
| Kostenart | Wie sie angesetzt wird | Hinweis |
|---|---|---|
| Arbeitslöhne | Lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn plus Arbeitgeberanteil zur Zukunftssicherung, anteilig für die Zeit im Vorhaben | Zeiterfassung dokumentiert den F&E-Anteil (§ 3 Abs. 1) |
| Eigenleistung Einzelunternehmer | Derzeit 100 € je nachgewiesener Stunde, höchstens 40 Stunden je Woche | Gilt auch für Tätigkeitsvergütungen von Gesellschaftern einer Mitunternehmerschaft (§ 3 Abs. 3) |
| Auftragsforschung | 70 % des Entgelts bei Aufträgen nach dem 27.03.2024, 60 % bei früheren Aufträgen | Auftragnehmer mit Sitz in der EU oder im EWR, Unteraufträge zählen nicht (§ 3 Abs. 4, § 2 Abs. 5) |
| Abschreibungen | Anteilig für bewegliche Wirtschaftsgüter, angeschafft nach dem 27.03.2024 | Nur bei ausschließlich eigenbetrieblicher Nutzung und Bedarf für das Vorhaben (§ 3 Abs. 3a) |
| Gemein- und Betriebskosten | Pauschal 20 % der förderfähigen Aufwendungen, ohne Einzelnachweis | Nur für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden (§ 3 Abs. 3b) |
Stand Oktober 2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext, Einzelfragen regelt das BMF-Schreiben zum FZulG.
| Merkmal | Wert | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Grundsatz | 25 % der Bemessungsgrundlage | § 4 Abs. 1 |
| KMU | Zusätzlich 10 Prozentpunkte auf Antrag, also 35 %, für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024 | § 4 Abs. 1, BSFZ |
| Höchstbetrag der Bemessungsgrundlage | 12 Mio. € je Wirtschaftsjahr für Aufwendungen nach dem 31.12.2025, zuvor 10 Mio. € | § 3 Abs. 5 |
| Maximale Zulage | 3 Mio. € (25 %) bzw. 4,2 Mio. € (KMU, 35 %) je Wirtschaftsjahr | Rechnerisch aus § 3 Abs. 5, § 4 Abs. 1 |
| Beihilfegrenze je Vorhaben | Summe aller staatlichen Beihilfen höchstens 15 Mio. € | § 4 Abs. 3 |
Verbundene Unternehmen teilen sich den Höchstbetrag (§ 3 Abs. 6).
Beispiel (Vorhaben ab 2026, KMU): 400.000 € F&E-Personalkosten plus 20 % Pauschale ergeben 480.000 € Bemessungsgrundlage. Bei 35 % sind das 168.000 € Forschungszulage. Auf die Personalkosten bezogen entspricht das 42 %. Eine ausführliche Rechnung mit weiteren Beispielen steht in Forschungszulage berechnen, eine schnelle Schätzung liefert der Forschungszulage-Rechner. Ob Sie als KMU gelten, klärt KMU oder Großunternehmen.
Die Zulage lässt sich für zurückliegende Jahre beantragen, solange die vierjährige Frist läuft. Für Tätigkeiten vor dem 28.03.2024 gilt dabei noch der Grundsatz von 25 %, siehe Forschungszulage rückwirkend.
Die Forschungszulage lässt sich mit anderen Programmen verbinden, aber nicht für dieselben Kosten doppelt. Zudem darf die Summe aller staatlichen Beihilfen für ein Vorhaben 15 Mio. € nicht übersteigen (§ 4 Abs. 3). Die Regeln im Überblick stehen in Fördermittel kombinieren.
Unternehmen jeder Größe und Branche, die in Deutschland ertragsteuerpflichtig sind und ein begünstigtes F&E-Vorhaben durchführen. Ausgeschlossen sind unter anderem Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der AGVO.
Nein. Förderfähig sind auch einzelne Mitarbeiter, die anteilig an einem begünstigten Vorhaben arbeiten. Der F&E-Anteil muss nachvollziehbar dokumentiert sein.
25 % der Bemessungsgrundlage. KMU können auf Antrag 10 Prozentpunkte mehr erhalten, also 35 %, für Tätigkeiten nach dem 27.03.2024. Die Bemessungsgrundlage ist auf 12 Mio. € je Wirtschaftsjahr begrenzt.
Für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 begonnen wurden, werden pauschal 20 % der förderfähigen Aufwendungen als Gemein- und Betriebskosten angesetzt. Für ältere Vorhaben gilt die Pauschale nicht.
Ja. Die Zulage wird auf die Ertragsteuer angerechnet. Übersteigt sie die Steuerschuld oder fällt keine Steuer an, wird der Betrag ausgezahlt.
Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ). Das Finanzamt prüft anschließend die Höhe der Aufwendungen und setzt die Zulage fest.
Der Fördermittelcheck schätzt in wenigen Fragen, welche Programme zu Ihrem Vorhaben passen, darunter die Forschungszulage.
Jetzt Förderpotenzial prüfen →Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Fördervoraussetzungen ändern sich, maßgeblich sind die Programmunterlagen der Förderinstitute und die Entscheidung Ihrer Hausbank. Stand: 21. Oktober 2026.