🧬 Life Sciences & Medizintechnik

Fördermittel Life Sciences & Medizintechnik 2026: Was Biotech und MedTech-Unternehmen wissen müssen

Aktueller Hinweis (Stand Juli 2026): Das ZIM ist seit dem 7. Juli 2026 vorübergehend für neue Anträge geschlossen. Die Wiederaufnahme der Antragsannahme hängt von den verfügbaren Haushaltsmitteln ab und ist frühestens 2027 zu erwarten. Bereits eingereichte Anträge werden weiterhin bearbeitet. Quelle: zim.de (BMWE)

Life-Sciences-Unternehmen haben strukturell hohe F&E-Quoten , und damit überdurchschnittliches Förderpotenzial. F&E-Zulage, ZIM und EU-Programme wie der EIC Accelerator im Überblick.

FörderGuide-Redaktion · Stand: August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Life-Sciences- und Medizintechnik-Unternehmen arbeiten definitionsgemäß an der Schnittstelle von Forschung und Markt , und profitieren damit von nahezu allen relevanten F&E-Förderprogrammen. Gleichzeitig ist die regulatorische Komplexität (MDR, klinische Studien, Zulassungsprozesse) ein eigenständiger Förderthemenbereich.

Besonderheit Life Sciences

Klinische Studien, Zulassungsverfahren und regulatorische Arbeit sind in der Regel nicht förderfähig als F&E im Sinne des FZulG , wohl aber die vorgelagerte Technologieentwicklung, Prototypen und Validierungsstudien mit technischer Unsicherheit.

1. F&E-Zulage (Forschungszulage) , besonders hohe Potenziale in Life Sciences

Life-Sciences-Unternehmen haben typischerweise hohe Forschungsquoten: Biologen, Chemiker, Ingenieure und Medizintechniker arbeiten an Produktentwicklungen mit echter technischer Unsicherheit. Das ergibt strukturell höhere F&E-Zulage-Beträge als in anderen Branchen.

BeispielF&E-MitarbeiterØ GehaltF&E-Zulage/Jahr (KMU)
Medizintechnik-KMU12 Personen€80.000€403.200 (inkl. 20 % Pauschale)
Biotech-Startup5 Personen€75.000€157.500
Diagnostik-Unternehmen8 Personen€70.000€235.200

2. EIC Accelerator , EU-Förderung für Deep-Tech

Für Life-Sciences-Unternehmen mit disruptiven Technologien (neue Wirkprinzipien, KI-Diagnostik, neuartige Therapien) ist der European Innovation Council Accelerator relevant: bis €2,5 Mio. Zuschuss + bis €15 Mio. Eigenkapital. Aufwand ist erheblich, Erfolgschance bei guter Vorbereitung aber real.

3. ZIM für Medizintechnik und Diagnostik

ZIM ist für Medizintechnik-KMU oft der erste Schritt vor größeren EU-Programmen: niedrigerer Aufwand, schnellere Bearbeitung, 50 % Förderquote. Förderfähig: Entwicklung neuer Geräte, Diagnostiksysteme, Implantate oder Software für medizinische Anwendungen (SaMD).

⚠ MDR-Zulassung ist nicht ZIM-förderfähig

Die klinische Evaluierung und das MDR-Zertifizierungsverfahren selbst sind nicht über ZIM förderfähig. Wohl aber die Vorentwicklung, Prototyp-Tests und technische Validierung. Saubere Abgrenzung ist kritisch.

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Häufige Fragen

Zählt klinische Forschung als F&E im Sinne der Zulage?
Teilweise. Die technische Vorentwicklung, Prototypenentwicklung und präklinische Studien mit technischer Unsicherheit zählen. Die MDR-Zulassung, klinische Evaluierung und reine Dokumentation gelten nicht als F&E im FZulG-Sinne.
Für welche Life-Sciences-Unternehmen ist ZIM geeignet?
ZIM ist für KMU bis 499 Mitarbeiter mit konkreten Innovationsprojekten geeignet. In Life Sciences besonders für Medizintechnik-Geräte, Diagnostiksysteme und Software als Medizinprodukt (SaMD). EIC Accelerator ist die EU-Alternative für höhere Volumina.
Was ist der EIC Accelerator?
Das European Innovation Council Accelerator ist das EU-Förderprogramm für Deep-Tech-Innovationen , bis €2,5 Mio. Zuschuss plus Eigenkapital bis €15 Mio. Hoher Aufwand, aber für disruptive Life-Sciences-Technologien relevant.